Zwangsliquidierung von Frauen?

26. März 2008

grandmotherdd.jpgNach langer Zeit bin ich wieder zurück. Ich stürze mich waghalsig in ein Experiment, von dem ich nicht weiss, ob ich geistig gesund daraus hervorgehen werde.

Ich versetzte mich in die Lage eines/einer Gleichstellungsbeauftragte/n, analysiere eine Gegebenheit und versuche, Lösungen zur Gleichmachung zu finden. Keine einfache Aufgabe, da ich ein Mann bin, und es gleich für Männer nicht gibt. Darum werde ich mich besonders anstrengen müssen.

Thema: Geld (sehr beliebt bei der Gleichmachung), Alter und Vorsorge.

Das Bundesamt für Statistik bietet mir dafür Quelle genug. Als Inspiration dient mir folgende Publikation, welche Informationen zur AHV liefert, sowie dieses kleine Excel Blatt zur obligatorischen Krankenversicherung.

50% mehr Frauen als Männer kommen in den Genuss der Altersrente, und beziehen gesamthaft 53% mehr Geld. Vergleicht man den durchschnittlichen Bezug (Durchschnitte sind schliesslich das Werkzeug von Gleichmachern), so bekommt eine Frau 8% mehr als ein Mann. Ich rieche ein wenig Ungleichheit. Mein Experiment beginnt zu wirken: ich fühle einen kleinen Rausch in meiner Hirnrinde ob soviel Ungleichheit. Leider konnte ich nicht feststellen, wer nun wieviel in die Vorsorge einzahlt. Weshalb diese Zahlen fehlen ist mir ein Rätsel. Wenn jede Frau 8% mehr einzahlt als ein Mann, ist das doch kein Problem mehr.

In der Krankenkassen zeigt sich folgendes Bild: Frauen erhalten 36% mehr Leistungen als Männer. Eklatant ist der Unterschied in der Physiotherapie, wo eine Frau 74% mehr Leistung erhält als Mann. Irgendwie logisch, die ganze Zeit einen kleine Balg rumtragen geht auf den Rücken. Da kann Papi mit seinen Mülleimern froh sein. Er wird regelmässig zu Hause von Frau mit einer exotischen Massage verwöhnt (natürlich nur, nachdem er ausführlich über seine Schmerzen geklagt hat). Auch hier findet sich keine Statistik, welche die Finanzierung anhand des Geschlechts aufzeigen würde.

Die Frauen sind also kränker in unserem Land als die Männer. Hmm. Mal sehen.

Ein Mann wird in der Schweiz 76.5 Jahre alt, eine Frau 82.5. Da auch Prozentsätze nichts aussagen, aber leichter Effekte erhaschen: Frau lebt 9% länger als Mann. Frauen sind kränker, aber leben länger. Patriarchisches System, dass die Frauen nun auch noch zwingt, länger zu leiden als die Männer? Naja, 1953, mitten in der grausigen patriarchalischen Zeit, lebte Frau nur 6.5% länger als der Mann. Die Lücke wurde also grösser. Es hat also auch nichts zu tun mit der härteren und risikoreicheren Arbeit der Männer: Selbst wenn ein Mann 65 Jahre alt wird, lebt sein Pendant, eine 65 Jahre alte Frau, 23% länger weiter als der Mann.

Eine Ungleichheit sondergleichen, welche korrigiert werden muss. Es muss mehr Geld in die Gesundheit und Lebenserwartung des Mannes investiert werden. Fifty fifty ist doch das Ziel. Das wir natürlich eine Zeit lang dauern. Als Übergangslösung könnte eine Zwangsliquidierung von Frauen eine effektive Massnahme sein, die Quote zu erreichen. Die unermessliche Solidarität der Frauen würde das anstandslos mittragen. Moment. Bevor ich irgendwelche rechtlichen Konsequenzen fürchten muss: Natürlich war mein Vorschlag ein Witz. HEHEHEHEHE. Witze machen ist, nebenbei bemerkt, sowieso einer der grössten Tugenden von Gleichmachern. Das machen die ständig. Und da mein Hirn sich in Gleichmachertrance befand, rutschte mir das raus. ‚Tschuldigung.

Nein, natürlich ist Zwangsliquidierung in unserem Rechtstaat, Gott sei Dank, nicht möglich. Aber wir haben ja andere Möglichkeiten: Abtreibung. Straffrei und sauber. Mit Gewichtung auf das weibliche Geschlecht könnte die Altersquote schon in 60-100 Jahren erreicht sein, und das OHNE grosse Investitionen ins Gesundheitssystem.

Ausflug ins Gehirn der Gleichmacher beendet. Ich zittere immer noch.

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Muschi = weniger Arbeit

30. August 2007

Vagina - Warum männer länger arbeiten müssenWie bereits früher in diesem Blog erwähnt (Schwanz = mehr Lohn), fiel die Juso Aargau mit einem herrlichen Wahlplakat in der Schweizer Press auf.

Auf Genderama in den Kommentaren ist nachzulesen, wie sich Herr KdN näher für diese Werbung interessiert und bei JuSo Aargau nachgefragt hat:


Frauen verdienen 21% weniger?
Könnte ich bitte von Ihnen ein Beweis für diesen absoluten Schwachsinn haben?
Aber Sie sind in guter Gesellschaft, denn Frau Bundesrätin Calmy-Rey, das Büro für Gleichberechtigung und nun Sie, schreiben einfach die Unwahrheit.

Herr KdN hatte auch Bundesrätin Calmy-Rey auf einen Fehler in einer ihrer Reden aufmerksam gemacht. Sie gab den Fehler zu und räumte ein:


Der Wert von 20 % bezieht sich auf die Lohndifferenz, d.h. um die Differenz zwischen dem Meridian der Frauen- und demjenigen der Männerlöhne

Die Frage der „Gleichwertigkeit“ der Arbeit wird in dieser Berechnung nicht gestellt.

Die Lohndiskriminierung ist in der Schweiz dennoch leider noch nicht „fast ganz verschwunden“. Im Durchschnitt betrug
sie 2004 rund 10 %. Es handelt sich bei diesen 10 % um Lohnunterschiede.

Herr KdN zitiert in seinem Schreiben an die JuSo, den für Arbeit und Gleichstellung zuständigen EU-Kommissar Vladimir Spidla:

Der Lohnunterschied von weniger als 10% ergibt sich aus folgenden Gründen. Frauen arbeiten viel mehr Teilzeit (>76%), sie führen schlechtere Lohnverhandlungen, suchen sich Jobs in schlechter bezahlten Branchen und leisten viel viel weniger Überstunden.

Den Meridian zu nehmen ist also kompletter Unsinn. Oder regt sich jemand auf, wenn er weniger verdient, weil er weniger arbeitet? Frauen vielleicht? Ne, oder? Mehr Lohn für weniger Arbeit! Jetzt! Dann hör ich auf und zieh mir den Lohn von Daniel Vasella rein.

Die Antwort der JuSo fiel mager aus:


Und wieso Sie daruauf kommen wir würden Männer diskriminieren verstehe ich nicht.

Wir beziehen uns in unserer Kampagne immer auf Zahlen von lohngleichheit.ch

Auch wenn diese komplett falsch sind?

Herr KdN gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden, hakte nach und verlangte Klärung. Unter anderem:


Oder wieso wird in Ihrer Kampagne ein riesiger Penis abgezeichnet? Ist die Gesellschaft männlich? Oder wie würden Sie es sehen, wenn auf einem Plakat eine riesige Vagina gezeichnet wäre und die Frage: „Warum Männer immer noch 2 Jahre länger arbeiten müssen als Frauen.“

Es sind, nach einer Übergangsphase, in Realität nur ein Jahr Unterschied. Ich habe micht trotzdem davon inspirieren lassen, und das obige Plakat entworfen.
Bis jetzt erhielt Herr KdN keine Antwort mehr. Ich bin gespannt und halte die Leser auf dem Laufenden. Herzlichen Dank an Herrn KdN für diesen Mail Wechsel.

Vielleicht entwickelt sich dieses Blog zu einer Plattform für Leute, die nachfragen. Auch ich habe das schon einige Male getan, und werde in Zukunft mehr aus solchem Mail-Verkehr posten. Wenn ihr also etwas habt, immer her damit. Kontaktadresse ist hier ersichtlich.