Heiterkeit und Lauterkeit

6. September 2007

Der Artikel Muschi = weniger Arbeit war bisher mein Erfolgreichster, wenn man Erfolg mit Anzahl Views zählt. Komme ich mit meinem Blog auf durchschnittlich 50 Views am Tag, so waren es am Tag dieses Artikel über 600 Views.

Das veröffentlichte Bild mag dazu beigetragen haben. Es wurde zudem in verschiedene anti-feministischen Foren erwähnt: Bei den Gelben, den Blauen, und auch bei Genderama. Herzlichen Dank an die Leute, die den Artikel verlinkt haben.

Doch der Fall geht weiter. Herr KdN reicht bei der Lauterkeitskommission der Schweiz ein Beschwerde ein. Die Werbung der Juso verstösst gegen Grundsatz 3.11 (pdf) (Geschlechterdiskriminierende Werbung) und Grundsatz 17 (Verantwortlichkeit für die Werbeaussage) dieser Kommission. Zudem hat der fleissige Herr KdN unsere Bundesrätin Calmy-Rey um eine Aussage erbeten, was die Zahlen zur Lohndiskrimierung betrifft.

Die Antworten bleiben aus, werden jedoch hier veröffentlicht.

In eigener Sache: ich werde die nächsten 20 Tage in den Ferien verweilen, und dieses Blog wird solange ruhen.


Stirb, du angehende Rotznase

31. August 2007

Embryo 12. Woche30 angehende Rotznasen werden in der Schweiz abgetrieben, täglich. Zum Glück 95% davon vor der 12. Woche (siehe Bild), womit die nicht angehende Mutter auch straffrei bleibt. Rund 200 Glückskinder werden täglich in der Schweiz geboren. Es wird also etwa jede siebte Schwangerschaft abgebrochen. Diese Zahlen (pdf) aus dem Jahr 2005 stammen vom Bundesamt für Statistik.

Das Strafgesetzbuch der Schweiz enthält folgende Artikel:

Art. 119 (54)
1 Der Abbruch einer Schwangerschaft ist straflos, wenn er nach ärztlichemUrteil notwendig ist, damit von der schwangeren Frau dieGefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren seelischen Notlage abgewendet werden kann. Die Gefahr muss umso grösser sein, je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist.
2 Der Abbruch einer Schwangerschaft ist ebenfalls straflos, wenn er innerhalb von zwölf Wochen seit Beginn der letzten Periode auf schriftliches Verlangen der schwangeren Frau, die geltend macht, sie befinde sich in einer Notlage, durch eine zur Berufsausübung zugelassene Ärztin oder einen zur Berufsausübung zugelassenen Arzt vorgenommen wird. Die Ärztin oder der Arzt hat persönlich mit der Frau vorher ein eingehendes Gespräch zu führen und sie zu beraten.

Jede siebte schwangere Frau in der Schweiz befindet sich also mindestens in einer Notlage. Hier, in der Schweiz, wo wir uns doch täglich auf die Schulter klopfen, dass unsere Sozialwerke funktionieren. Es gibt hier noch viel zu tun. 30 Notlagen pro Tag: Frauen, wehrt euch, das darf nicht sein. Das Gespräch mit dem Arzt ist sicher gut, aber ist es sinnvoll, den Bäcker zu fragen, ob man Brot kaufen soll oder nicht?

Auch Männer sollten sich wehren, denn sie haben auf diesen Vorgang keine Einfluss, sofern sie von der Schwangerschaft überhaupt wissen. Interessant ist auch die Tatsache, dass 50% der Abtreibungen von ausländischen Frauen gemacht werden.

Folgender Artikel im SGB machte mich auch ein wenig stutzig:

Art. 119 Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich
2 Der … folgende Grundsätze:
a. Alle Arten des Klonens und Eingriffe in das Erbgut menschlicher Keimzellen und Embryonen sind unzulässig.

Ein bisschen rumfummeln an den Genen eines Embryos ist unzulässig und unter Strafe gestellt. Das rudimentäre Töten jedoch ist straffrei. Hergottnochmal, was müssen das für schlimme Notlagen sein? Leben soviele schwangere Frauen unter den Brücken hier? Ich bin enttäuscht.

Da Lob ich mir den Verein Mamma, die Hilfe für Mütter in Not anbieten. Die tun was.


Ich mach dich fertig

28. August 2007

StalkingStalking ist ein modernes Thema. Immer wieder neue Studien werden dazu erstellt. So auch die Arbeitsgruppe „Stalking“ der Technischen Universität Darmstadt. Sie suchen für ihre neueste Studie Personen, die Opfer von Stalking geworden sind, um die Auswirkungen auf den Alltag dieses Verbrechens zu untersuchen.

Teilnehmerinnen dringend gesucht
Bei der Studie geht es um die Erfahrungen von Frauen, die sich aus einer problematischen Beziehung gelöst haben…
Frauen, die nach der Trennung von ihrem Expartner verfolgt, bedroht oder belästigt wurden und/oder Gewalt in der Beziehung erlebt haben, möchten wir bitten den entsprechenden Fragebogen auszufüllen:

Es werden Frauen gesucht. Entweder haben die Leute dieser Universität schon genügend Männer für ihre Studie gefunden, oder es gibt schlicht keine Männer, die Opfer von Stalking wurden. Ein Zustand, der so nicht weiter bestehen kann.

Eine Wohltat ist daher Dagmar Aversano-Schreiber. Auch wenn sie nach Dubai ausgewandert ist, war es ihr möglich, ein Buch über Stalking zu schreiben. Nicht einfach nur ein Buch, sondern ein Ratgeber für Täterinnen. In Kürze sollte es genügend Männer als Opfer von Stalking geben. Im Namen der Wissenschaft: Danke Dagmar.

In Deutschland und Österreich wurden kürzlich neue Gesetze verabschiedet, die besseren Schutz gegen Stalking gewährleisten sollen. (Oje Dagmar, Anstiftung zu einer Straftat? Egal, in Dubai wird dir nicht viel passieren). Herübergeschwappt sind diese Gesetze von den USA und Kanada, wo diese seit längerer Zeit gültig sind. Auch in der Schweiz hat Bernhard Hess von den Schweizer Demokraten (sind wir nicht alle Demokraten?) eine Motion für ein Anti-Stalking Gesetz eingereicht.

Die Motion wird wohl in der nächsten Session zu den Traktanden gehören. Der Bundesrat gab schon jetzt seine Meinung zu dem Thema ab, und kommt zu dem Schluss:

Aus heutiger Sicht scheint aber eine Ergänzung des Strafgesetzbuches um eine spezielle Stalking-Bestimmung nicht erforderlich.

Er schlägt vor, die Motion abzulehnen. Die bestehenden Zivil- und Strafgesetze würden jede Form von Stalking bereits abdecken. Aber dort steht nirgends drin, was passiert, wenn mir eine Sau drei Mails schreibt, ohne dass ich antworte. HILFE!