Heiterkeit und Lauterkeit

6. September 2007

Der Artikel Muschi = weniger Arbeit war bisher mein Erfolgreichster, wenn man Erfolg mit Anzahl Views zählt. Komme ich mit meinem Blog auf durchschnittlich 50 Views am Tag, so waren es am Tag dieses Artikel über 600 Views.

Das veröffentlichte Bild mag dazu beigetragen haben. Es wurde zudem in verschiedene anti-feministischen Foren erwähnt: Bei den Gelben, den Blauen, und auch bei Genderama. Herzlichen Dank an die Leute, die den Artikel verlinkt haben.

Doch der Fall geht weiter. Herr KdN reicht bei der Lauterkeitskommission der Schweiz ein Beschwerde ein. Die Werbung der Juso verstösst gegen Grundsatz 3.11 (pdf) (Geschlechterdiskriminierende Werbung) und Grundsatz 17 (Verantwortlichkeit für die Werbeaussage) dieser Kommission. Zudem hat der fleissige Herr KdN unsere Bundesrätin Calmy-Rey um eine Aussage erbeten, was die Zahlen zur Lohndiskrimierung betrifft.

Die Antworten bleiben aus, werden jedoch hier veröffentlicht.

In eigener Sache: ich werde die nächsten 20 Tage in den Ferien verweilen, und dieses Blog wird solange ruhen.


Muschi = weniger Arbeit

30. August 2007

Vagina - Warum männer länger arbeiten müssenWie bereits früher in diesem Blog erwähnt (Schwanz = mehr Lohn), fiel die Juso Aargau mit einem herrlichen Wahlplakat in der Schweizer Press auf.

Auf Genderama in den Kommentaren ist nachzulesen, wie sich Herr KdN näher für diese Werbung interessiert und bei JuSo Aargau nachgefragt hat:


Frauen verdienen 21% weniger?
Könnte ich bitte von Ihnen ein Beweis für diesen absoluten Schwachsinn haben?
Aber Sie sind in guter Gesellschaft, denn Frau Bundesrätin Calmy-Rey, das Büro für Gleichberechtigung und nun Sie, schreiben einfach die Unwahrheit.

Herr KdN hatte auch Bundesrätin Calmy-Rey auf einen Fehler in einer ihrer Reden aufmerksam gemacht. Sie gab den Fehler zu und räumte ein:


Der Wert von 20 % bezieht sich auf die Lohndifferenz, d.h. um die Differenz zwischen dem Meridian der Frauen- und demjenigen der Männerlöhne

Die Frage der „Gleichwertigkeit“ der Arbeit wird in dieser Berechnung nicht gestellt.

Die Lohndiskriminierung ist in der Schweiz dennoch leider noch nicht „fast ganz verschwunden“. Im Durchschnitt betrug
sie 2004 rund 10 %. Es handelt sich bei diesen 10 % um Lohnunterschiede.

Herr KdN zitiert in seinem Schreiben an die JuSo, den für Arbeit und Gleichstellung zuständigen EU-Kommissar Vladimir Spidla:

Der Lohnunterschied von weniger als 10% ergibt sich aus folgenden Gründen. Frauen arbeiten viel mehr Teilzeit (>76%), sie führen schlechtere Lohnverhandlungen, suchen sich Jobs in schlechter bezahlten Branchen und leisten viel viel weniger Überstunden.

Den Meridian zu nehmen ist also kompletter Unsinn. Oder regt sich jemand auf, wenn er weniger verdient, weil er weniger arbeitet? Frauen vielleicht? Ne, oder? Mehr Lohn für weniger Arbeit! Jetzt! Dann hör ich auf und zieh mir den Lohn von Daniel Vasella rein.

Die Antwort der JuSo fiel mager aus:


Und wieso Sie daruauf kommen wir würden Männer diskriminieren verstehe ich nicht.

Wir beziehen uns in unserer Kampagne immer auf Zahlen von lohngleichheit.ch

Auch wenn diese komplett falsch sind?

Herr KdN gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden, hakte nach und verlangte Klärung. Unter anderem:


Oder wieso wird in Ihrer Kampagne ein riesiger Penis abgezeichnet? Ist die Gesellschaft männlich? Oder wie würden Sie es sehen, wenn auf einem Plakat eine riesige Vagina gezeichnet wäre und die Frage: „Warum Männer immer noch 2 Jahre länger arbeiten müssen als Frauen.“

Es sind, nach einer Übergangsphase, in Realität nur ein Jahr Unterschied. Ich habe micht trotzdem davon inspirieren lassen, und das obige Plakat entworfen.
Bis jetzt erhielt Herr KdN keine Antwort mehr. Ich bin gespannt und halte die Leser auf dem Laufenden. Herzlichen Dank an Herrn KdN für diesen Mail Wechsel.

Vielleicht entwickelt sich dieses Blog zu einer Plattform für Leute, die nachfragen. Auch ich habe das schon einige Male getan, und werde in Zukunft mehr aus solchem Mail-Verkehr posten. Wenn ihr also etwas habt, immer her damit. Kontaktadresse ist hier ersichtlich.