Zwangsliquidierung von Frauen?

grandmotherdd.jpgNach langer Zeit bin ich wieder zurück. Ich stürze mich waghalsig in ein Experiment, von dem ich nicht weiss, ob ich geistig gesund daraus hervorgehen werde.

Ich versetzte mich in die Lage eines/einer Gleichstellungsbeauftragte/n, analysiere eine Gegebenheit und versuche, Lösungen zur Gleichmachung zu finden. Keine einfache Aufgabe, da ich ein Mann bin, und es gleich für Männer nicht gibt. Darum werde ich mich besonders anstrengen müssen.

Thema: Geld (sehr beliebt bei der Gleichmachung), Alter und Vorsorge.

Das Bundesamt für Statistik bietet mir dafür Quelle genug. Als Inspiration dient mir folgende Publikation, welche Informationen zur AHV liefert, sowie dieses kleine Excel Blatt zur obligatorischen Krankenversicherung.

50% mehr Frauen als Männer kommen in den Genuss der Altersrente, und beziehen gesamthaft 53% mehr Geld. Vergleicht man den durchschnittlichen Bezug (Durchschnitte sind schliesslich das Werkzeug von Gleichmachern), so bekommt eine Frau 8% mehr als ein Mann. Ich rieche ein wenig Ungleichheit. Mein Experiment beginnt zu wirken: ich fühle einen kleinen Rausch in meiner Hirnrinde ob soviel Ungleichheit. Leider konnte ich nicht feststellen, wer nun wieviel in die Vorsorge einzahlt. Weshalb diese Zahlen fehlen ist mir ein Rätsel. Wenn jede Frau 8% mehr einzahlt als ein Mann, ist das doch kein Problem mehr.

In der Krankenkassen zeigt sich folgendes Bild: Frauen erhalten 36% mehr Leistungen als Männer. Eklatant ist der Unterschied in der Physiotherapie, wo eine Frau 74% mehr Leistung erhält als Mann. Irgendwie logisch, die ganze Zeit einen kleine Balg rumtragen geht auf den Rücken. Da kann Papi mit seinen Mülleimern froh sein. Er wird regelmässig zu Hause von Frau mit einer exotischen Massage verwöhnt (natürlich nur, nachdem er ausführlich über seine Schmerzen geklagt hat). Auch hier findet sich keine Statistik, welche die Finanzierung anhand des Geschlechts aufzeigen würde.

Die Frauen sind also kränker in unserem Land als die Männer. Hmm. Mal sehen.

Ein Mann wird in der Schweiz 76.5 Jahre alt, eine Frau 82.5. Da auch Prozentsätze nichts aussagen, aber leichter Effekte erhaschen: Frau lebt 9% länger als Mann. Frauen sind kränker, aber leben länger. Patriarchisches System, dass die Frauen nun auch noch zwingt, länger zu leiden als die Männer? Naja, 1953, mitten in der grausigen patriarchalischen Zeit, lebte Frau nur 6.5% länger als der Mann. Die Lücke wurde also grösser. Es hat also auch nichts zu tun mit der härteren und risikoreicheren Arbeit der Männer: Selbst wenn ein Mann 65 Jahre alt wird, lebt sein Pendant, eine 65 Jahre alte Frau, 23% länger weiter als der Mann.

Eine Ungleichheit sondergleichen, welche korrigiert werden muss. Es muss mehr Geld in die Gesundheit und Lebenserwartung des Mannes investiert werden. Fifty fifty ist doch das Ziel. Das wir natürlich eine Zeit lang dauern. Als Übergangslösung könnte eine Zwangsliquidierung von Frauen eine effektive Massnahme sein, die Quote zu erreichen. Die unermessliche Solidarität der Frauen würde das anstandslos mittragen. Moment. Bevor ich irgendwelche rechtlichen Konsequenzen fürchten muss: Natürlich war mein Vorschlag ein Witz. HEHEHEHEHE. Witze machen ist, nebenbei bemerkt, sowieso einer der grössten Tugenden von Gleichmachern. Das machen die ständig. Und da mein Hirn sich in Gleichmachertrance befand, rutschte mir das raus. ‚Tschuldigung.

Nein, natürlich ist Zwangsliquidierung in unserem Rechtstaat, Gott sei Dank, nicht möglich. Aber wir haben ja andere Möglichkeiten: Abtreibung. Straffrei und sauber. Mit Gewichtung auf das weibliche Geschlecht könnte die Altersquote schon in 60-100 Jahren erreicht sein, und das OHNE grosse Investitionen ins Gesundheitssystem.

Ausflug ins Gehirn der Gleichmacher beendet. Ich zittere immer noch.

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6 Responses to Zwangsliquidierung von Frauen?

  1. JonDo sagt:

    lol

    Na, leg‘ das mal den Alpha-Mädchen vor, die sind ja angeblich so scharf auf „gleich“.

    Schätze aber, DA dann plötzlich nicht mehr.

  2. KdN sagt:

    :-)

    In der Schweiz ist es so, dass Männer 71% aller Beiträge für die AHV einzahlen, aber nur 40% beziehen!

    Oder in Franken ausgedrückt, Männer zahlen 170 Milliarden ein, Frauen „nur“ 74,6 Milliarden. BezügerInnen sind aber, wie oben erwähnt, zu 60% Frauen!
    (http://www.ausgleichskasse-bs.ch/content/docus/ahv_2006_d%5B1%5D.pdf)

    Ja, eine Quote würde hier gut tun ;-)

  3. Max sagt:

    Diese ganze Gleichmacherei betrifft ja nicht nur die Geschlechter, sondern auch die materiellen Lebensverhaeltnisse in Europa. Da wird buerokratisch umverteilt, dass die traditionell pralleren Geldboersen aus dem Norden zu bulimischen Lederbeuteln werden. Gleichstellung so weit das Auge reicht. Insofern ist Gleichstellungsbeauftragter ein aeusserst zukunftstraechtiger Job. Nebenbei ist ein anderes Ergebnis, dass das Mittelmass zum Mass aller Dinge erhoben wird. Schluss mit Exquisitaet, Elite und Unterschied!
    Der einzige Gleichstellungsbeauftragte, den man sich da bei all‘ den realistischen Zukunftschancen fuer den Berugf an sich ueberhaupt noch wuenschen kann, ist der, der dafuer sorgt, dass die Kollektivisten gleich weit voneinander an der Wand stehen, wenn’s wieder mal so weit ist …

  4. artischocke sagt:

    KdN: herzlichen Dank für die Information bezüglich Finanzierung…leider kann ich den Link jedoch nicht öffnen. Wäre dankbar, wenn ich das auch noch in der Hand hätte.

    Max: ja tatsächlich, die gleichmacherei hat in sehr vielen bereichen Einzug gehalten. Uniformität ist in und wird gefördert. Ich habe bewusst ‚Uniformität‘ benutzt, da Uniformität den faden Beigeschmach von Uniform, Militär, etc. hat; Gleicheit als Begriff jedoch quasi nur positiv besetzt ist. Komisch, denn beide Begriffe bedeuten im Grunde dasselbe.

  5. KdN sagt:

    http://www.ausgleichskasse-bs.ch/search/results.php?search=ahv+pdf&langId=1&style=1

    Ganz unten ist jetzt sogar die neuste Statistik abrufbar.
    (Meine Daten waren noch die von 2005)

    Gruss und weiter so :-)
    KdN

  6. tate83 sagt:

    Ganz amüsant finde ich auch das Gleichstellungskommitee der BFH Bern – wie in der in der FH aufliegenden Broschüre ersichtlich ist, besteht es nämlich nur aus Frauen. Gleichstellung ist gut – aber sollte trotzdem beidseitig sein! Irgendwie hab ich vielleicht ein falsches Verständnis, oder was ist das Problem?

    Leider ist die Webseite unter
    http://www.bfh.ch/index.php?nav=43
    total veraltet, ich konnte die Broschüre in Kürze nicht finden..

    Mal schauen ob’s in der FH trotz der grossen Nachfrage noch ein Exemplar rumliegen hat..

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